Detektivausbildung - Ausbildung zum Detektiv
Allgemeines zum Thema Detektivausbildung
Wie bereits erwähnt gibt es in Deutschland keine herkömmliche Berufsausbildung für Privatdetektive. Dies hat dazu geführt, dass heute dutzende private Einrichtungen eine sogenannte
Detektivausbildung anbieten und damit Geld verdienen.
Die meisten davon sind schlichtweg unbrauchbar!
Die Detektiv- Berufsverbände empfehlen heute ausschließlich die Ausbildung bei der
ZAD (Zentrale Ausbildungsstelle im Detektivgewerbe).
Der Bundesverband Deutscher Detektive (BDD) empfahl neben dieser Institution zumindest im Jahr 2005 auch die Ausbildung im
Bildungsinstitut Brückner (BIB), hier in Berlin, die ebenfalls einen sehr hohen Qualitätsanspruch erfüllt und absolut auf dem neuesten Stand ist.
Seit März 2008 bietet die
Sicherheitsakademie Berlin (SAB) eine neue Detektivausbildung an, die durch die IHK Zertifiziert wurde.
Im Allgemeinen bieten alle Einrichtungen die eine Detektivausbildung anbieten auch die IHK-Sachkundeprüfung nach §34a GewO, bzw. die Vorbereitung hierauf, an. Diese benötigt zwar nur, wer im Anschluss an die Ausbildung als Kaufhausdetektiv oder im Sicherheitsdienst arbeiten möchte, da die dort vermittelten Rechtsgrundlagen aber für jeden Privatermittler essentiell sind, sollte man diese ebenfalls ablegen. Eben aus diesem Grund ist sie bei einigen Einrichtungen auch Voraussetzung für die endgültige Detektivprüfung.
Durch die IHK-Sachkundeprüfung werden folgende Inhalte vermittelt:
- Recht der öffentlichen Ordnung, einschließlich Gewerberecht und Datenschutzrecht
- Bürgerliches Recht
- Straf- und Strafverfahrensrecht, einschließlich Umgang mit Waffen
- Unfallverhütungsvorschrift Wach- und Sicherheitsdienste
- Umgang mit Menschen, insbesondere Verhalten in Gefahrensituationen und Deeskalationstechniken in Konfliktsituationen
- Grundzüge der Sicherheitstechnik
An dieser Stelle möchten wir die Gelegenheit nutzen, und eines klar sagen:
Wir differenzieren zwischen „Kaufhausdetektiven / Ladendetektiven“ und Ermittlern! Kaufhausdetektive sind Sicherheitsmitarbeiter, weshalb sie auch die IHK-Sachkundeprüfung benötigen. Privat- und Wirtschaftsermittler bewegen sich auf einem vollkommen anderen Niveau und wir verlangen von unseren Ermittlern sehr viel umfangreichere Qualifikationen.
Im Folgenden möchten wir nun ein wenig näher auf die jeweilige Ausbildung zum Detektiv eingehen.
Detektivausbildung mit der Schnüfflerfibel
Bevor Sie einen vierstelligen Betrag für eines der nachfolgenden Lehrgangsangebote bezahlen sollten Sie sich eventuell erstmal ein Grundwissen anlesen, die wichtigsten Techniken detektivischer Arbeit erlernen und dann entscheiden, ob Sie tiefer in das Thema "Detektivarbeit" einsteigen wollen.
Inspiriert von seiner Tätigkeit als Dozent an der Sicherheitsakademie Berlin (siehe unten) hat der Inhaber unserer Detektei selbst ein Lehrbuch für werdende Detektive geschrieben. Es heißt "Die Schnüfflerfibel" und ist unter folgendem Link erhältlich:
Detektivausbildung als Buch: "Die Schnüfflerfibel".
In 6 Kapiteln auf über 250 Seiten werden hier bereits viele Tricks und Kniffe der Profis verraten, aber auch - und das anwaltlich geprüft - die so wichtigen rechtlichen Grundlagen vermittelt, die nötig sind, um als Detektiv zu arbeiten ohne sich strafbar zu machen.
Ausbildung bei der ZAD - Zentrale Ausbildungsstelle im Detektivgewerbe
Die Ausbildung bei der ZAD ist mit Sicherheit das Luxusmodel im Bereich der Detektivausbildungen und wird zumindest von der Sicherheitsakademie Berlin auch klar als Solches anerkannt. Sie dauert im Normalfall 22 Monate, im Crashkurs zehn Monate und erfüllt die „Minimum Standards“ der IKD (Internationale Kommission der Detektivverbände), durch die Privatermittler europaweit auf ein einheitliches Bildungsniveau gebracht werden sollen.
Kommen wir nun zu den einzelnen Bildungsinhalten:
A) Spezielle Berufskunde
1. Der Detektiv in der Gesellschaft
2. Der Betrieb einer Detektei
3. Regelungen für Detektive und Aufsicht
4. Internationale Regelungen
B) Grundzüge des Rechts
1. Öffentliches Recht, Staat und Verfassung
2. Zivilrecht
3. Strafrecht
4. Weitere wesentliche Rechtsbereiche
5. Berufsspezifische Rechtsproblematiken
6. Rechtliche Rahmenbedingungen in der EU
C) Fachkunde Private Ermittlungsführung
1. Grundlagen der Kriminalistik
2. Ermittlungswesen
3. Observation
4. Technische Hilfsmittel
5. Beweissicherung
6. Dokumentation, Berichterstattung
7. Schnittstellen detektivischer Tätigkeit
8. Spezialgebiet Kleinkriminalität: am Beispiel des Ladendiebstahls
9. Psychologie für private Ermittler
D) Fachbereich Wirtschaft
1. Volks- und Betriebswirtschaftliches Grundwissen
2. Zielgruppe: Wirtschaft
3. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen in der EU
E) Sonstige fachübergreifende Tätigkeiten
1. Berufsrisiken und Gefährdungen
2. Unternehmenssicherheit
Zu bemerken ist hierbei, dass es sich bei der ZAD- Ausbildung um eine rein theoretische handelt. Absolventen dieser Ausbildung müssen zusätzlich entsprechende Praxiserfahrungen nachweisen, zum Beispiel durch ein parallel zur Ausbildung absolviertes Praktikum, um zur Abschlussprüfung "Geprüfter Detektiv" zugelassen zu werden.
Ein Detektiv, welcher diese Ausbildung nicht durchlaufen hat muss nun nicht zwangsläufig ein Schlechter sein; Fakt ist aber: die jenigen die das Prädikat "Geprüfter Detektiv ZAD" erhalten haben, sind fachlich auf jeden Fall gute Detektive.
Detektivausbildung beim BIB - Bildungsinstitut Brückner
Nachdem Detektiv Bernard Schrauwers selbst die Detektivausbildung beim BIB durchlaufen hat, können wir uns der damaligen Auffassung des BDD im Bezug auf diesen Bildungsträger nur anschließen. Nach einer umfassenden theoretischen Ausbildung absolvieren Teilnehmer ohne ausreichende Praxiserfahrung ein ausgedehntes Betriebspraktikum und legen nötige Prüfungen (z. B. die Sachkundeprüfung nach § 34 a GewO) vor der IHK ab. Im Ergebnis wird so sichergestellt, dass vom Bildungsinstitut Brückner nur Detektive und Sicherheitskräfte kommen, die ihren Job auch wirklich beherrschen.
Die Theorie
Dabei legt das BIB hohe Maßstäbe an die unterichtenden Dozenten. Die rechtlichen Lehrinhalte werden von studierten Juristen vermittelt, die detektivische Fachkunde sowohl von studierten Kiminalisten und Kriminologen die lange im Staatsdienst tätig waren, als auch von "praktizierenden" Detektiven, die seit Jahren erfolgreich selbständig tätig sind.
Diese genau durchdachte Aufteilung hat dem Gründer unserer Detektei dabei besonders imponiert, weil auch nur auf diesem Weg eine praxisnahe Theorieausbildung erfolgen kann. Würde diese Ausbildung ausschließlich durch ehemals behördliche Ermittler erfolgen, so fehlten den Lehrgangsteilnehmern im Anschluss vermutlich viele wichtige Informationen, für den Umgang mit bzw. die Informationsbeschaffung von Behörden.
Hierzu ein Beispiel:
Eine Halteranfrage / Kennzeichenermittlung ist für einen Polizeibeamten völlig problemlos und ohne große Nachfragen per Funk zu erledigen, während ein Privatdetektiv hier den umständlichen Weg über das Kraftfahrtverkehrsamt gehen (die Auskunft beantragen, das berechtigte Interesse darlegen und die Gebühr bezahlen) muss.
Die Praxisnähe
Um die Lehrgangsteilnehmer beim Einstieg ins Praktikum nicht zu überfordern lässt das BIB die Auszubildenden bereits während der theoretischen Lernphase einige simulierte Einsätze (z. B. eine Aufklärung / Vorermittlung und eine Observation) durchführen und vermittelt auch Grundkenntnisse der waffenlosen Selbstverteidigung. Dies ist für Berufseinsteiger sehr wichtig, denn in den ersten Ermittlungen schleichen sich, auch bei guter theoretischer Vorbildung, aufgrund von Hektik und Aufregung schnell Fehler ein.
Im Rahmen der Ausbildung zum Detektiv beim BIB werden folgende Qualifikationen erreicht:
▪ IHK-Sachkundeprüfung nach § 34a Abs. 1 Satz 5 GewO
▪ Trägerzertifizierte Sicherheitsfachkraft mit Fachrichtung Detektiv
Hier nun eine kurze Zusammenfassung der Lehrinhalte der Detektivausbildung beim Bildungsinstitut Brückner:
- Der Detektiv als privater Dienstleister
- Rechtsgrundlagen für die Arbeit als Detektiv
- Kriminalistik /Kriminologie
- Observationen
- Personenermittlungen
- Technikeinsätze
- Allgemeine- und EDV- Recherchen
- Retorik / Gesprächsführung
- Der Detektiv in Handelseinrichtungen (Ladendetektiv)
- Alle erforderlichen Kenntnisse zur Ablegung der IHK-Sachkundeprüfung nach § 34a Abs. 1 Satz 5 GewO
Detektivausbildung bei der SAB - Sicherheitsakademie Berlin
Ähnlich der Detektivausbildung beim Bildungsinstitut Brücker, beginnt die Ausbildung bei der SAB zunächst mit einer dreimonatigen Theorieausbildung, in der sämtliche benötigte Grundlagen ausführlich vermittelt werden. Allerdings wird hier eine Ausbildung geboten, die auf das Fach „Detektiv“ ausgerichtet ist. Bei einigen anderen Einrichtungen ist dies nicht der Fall.
Hierbei setzt die SAB auf Dozenten, die bereits langjährige Praxiserfahrung in den jeweiligen Bereichen gesammelt haben. Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass die von der SAB eingesetzten Dozenten ein hohes Maß an fachlicher Kompetenz aufweisen, und somit ein lückenloser Unterricht garantiert werden kann.
Bereits während der theoretischen Phase werden gezielte Praxiseinsätze angesetzt, sodass das jeweils aktuelle Thema schon hier verdeutlicht wird.
Im Laufe der Detektivausbildung an der SAB werden folgende Qualifikationen erreicht:
▪ IHK-Sachkundeprüfung nach § 34a Abs. 1 Satz 5 GewO
▪ Gewerbliche Waffensachkundeprüfung
▪ IHK-Zertifikat als Detektiv
▪ Trägerzertifizierte Fachkraft Detektiv mit Schwerpunkt Wirtschafts- und Privatschutz
Wie oben erwähnt, gilt auch hier, dass die Bestandene IHK-Sachkundeprüfung Voraussetzung für die endgültige Detektivprüfung ist. Darüber hinaus ist bei der SAB die Waffensachkunde Voraussetzung, um die Detektivprüfung ablegen zu dürfen. Die abzulegende Waffensachkundeprüfung nach §7 WaffG gilt für Kurzwaffen und die dazugehörige Munition.
Zusammengefasst, besteht die Ausbildung aus folgenden Themengebieten:
- Ladendetektiv
- Gewerbe- und Industriedetektiv
- Privatdienstlicher Detektiv
- Ermittlungen in wirtschafts-, zivil- und arbeitsrechtlichen Bereichen
- Vorbeugung, Aufklärung und Abwehr von Bedrohungen und Erpressungen
- Abwehr und Aufklärung von Spionage und Sabotage
- Berufsfeld der Detektive
- Rechtliche Grundlagen
- Zulassungsregelung und Berufspflichten
- Qualifikationsprofile
- Administrative Tätigkeiten
- Auftraggeber und Beauftragung
- Kriminalistik und Sicherheitstechnik
- Erwerb der behördlichen Waffensachkunde
- Training in Waffenloser Selbstverteidigung
- Vorbereitung auf die IHK-Sachkundeprüfung nach § 34a GewO (nur bei Bedarf)
Für aktive Detektive besteht die Möglichkeit die Ausbildung auf die dreimonatige Theorieausbildung zu verkürzen. Für Teilnehmer, die nicht aus dem „aktiven Dienst“ kommen, folgt die Fachpraktische Phase.
Diese besteht fast zur Gänze aus rein praktischen Einsätzen, in denen sämtliche Inhalte der Theoriephase verinnerlicht werden können. Zudem werden dort sämtliche Inhalte vermittelt, die nicht theoretisch behandelt werden können.
Insgesamt wird aber zudem ein sehr großer Teil an weiterführenden Themen behandelt, wie beispielsweise Hintergründe zur Kameratechnik oder entstehungsstrecken einzelner Ermittlungsmethoden.
Zu dem Zeitpunkt, da ich Teilnehmer bei der Sicherheitsakademie war, befand sich diese Ausbildung Teils noch im Aufbau. Das größte Problem bestand darin, dass es keine Richtlinien gab und gibt, an denen sie sich beim Aufbau der Ausbildung orientieren könnte.
Inzwischen kann ich aber sagen, dass die Sicherheitsakademie bestrebt ist den Umfang und die Qualität dieser Ausbildung stetig zu steigern. So wurde im Laufe der ersten Monate der Lehrplan umstrukturiert, sodass nun auch technische Ermittlungswerkzeuge (Ortungstechniken wie z.B. per GPS oder Internetrecherchen) unterrichtet werden können.
Zertifikate
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